Praktische Beispiele zur Gehirnaktivierung:
Mentaltraining und Powerbrain für Jedermann
FH - Studenten stellen konkrete Planungsmöglichkeiten für den Mentalpfad vor
Von Judith Popp
Volkenschwand. Nicht nur in der Theorie wurden beim Festabend mit Kultusminister Siegfried Schneider die mentalen Übungen zur Gehirnaktivierung erklärt (die HZ berichtete).
Landschaftsarchitektur-Studenten der Fachhochschule Weihenstephan präsentierten ihre Ideen von der zweckmäßigen Umsetzung des Mentalpfades. Aber auch praktische Aufgaben wurden am Dienstag im Gasthaus Riederer vorgeführt.
Wie ein Mentaltraining konkret ausschauen kann, zeigten einige Grundschüler dem interessierten Publikum. Alle Übungen wurden dem Trainingsprogramm entnommen, allerdings etwas vereinfacht. Dahinter steckt die Idee, dass durch Bewegungsherausforderungen neue Synapsen gebildet werden. Synapsen sind Kontaktstellen zwischen Nerven-, Muskeln- oder Sinneszellen, die Erregungen und Informationen übertragen. Sie übermitteln die wahrgenommen Reize aus der Umwelt und ermöglichen eine Reaktion. Bei der gezeigten Mentalübung sprangen die Kinder über einen am Boden liegenden Streifen, einmal auf den linken, dann auf den rechten Fuß und anschließend beidbeinig. Stufenweise wurde die Aufgabe in der Schwierigkeit gesteigert. Zunächst mussten die Kinder das ABC aufsagen. Als weitere Herausforderungen durften die Kinder zählen, allerdings nur die geraden Zahlen. Dabei müssen die Aufgabenstellungen nicht perfekt beherrscht werden, denn allein schon der Versuch schafft synaptische Verbindungen. „Jetzt zeigen wir ihnen einen kleinen Teil unserer Methoden, wie wir Kreismeister im Schwimmen wurden“, verriet Schulleiter Hans Dasch. Das mentale Training bestand aus mehreren Einheiten. Zunächst wurde der Zusammenhalt in der Gruppe und die Motivation gestärkt. Anschließend folgte eine Entlastungsübung, um den Schülern die Angst vor dem Wettkampf zu nehmen. „Du stellst dir einen Wasserfall vor, wie er ohrenbetäubend rauscht“, so Dasch. Und mit den Wassermassen stürzt auch das Angstgefühl in die Tiefe. Die letzte Einheit war eine Energieübung aus der Kinesiologie. Die Schüler stellten sich einen Energieball in ihren Händen vor, der ihnen Kraft und Ausdauer gibt. „Wir machen dieses Training auch vor Schularbeiten“, erklärte der Schulleiter.
FH-Studenten stellten zwei Ideen zur Gestaltung des Mentalpfades vor. Der eine Vorschlag legt den Pfad um das Schulgebäude herum an. Der Weg wird in verschiedenen Zellen unterteilt, die der sensorischen und motorischen Aktivierung, der Auseinadersetzung mit mentalen Anforderungen sowie der Deaktivierung entsprechen. Dazwischen befinden sich kleine „Synapsen“, die den synaptischen Verbindungen ähneln: Zunächst werden Informationen aufgenommen, die nach der Überwindung einer Barriere zur Problemlösung führen. Die Studenten legten dabei Wert auf die Verwendung natürlicher Materialien. In dem Vorschlag wurden beispielsweise ein Holzlabyrinth, ein Vorhang aus Ästen oder eine Zweigkuppel mit eingearbeitet. Die zweite Präsentation beschäftigte sich mit der Idee, den begrenzten und engen Raum um das Schulgebäude zu öffnen. Der Mentalpfad ist ein „Gedankenfluss“: Kein klarer Weg schlänget sich um die Schule, sondern viele kleine Pfade, die sich immer wieder kreuzen. Unterteilt wird die Route in verschiedene Trainingsphasen mit unterschiedlichen Übungen. Eine Rolle spielt dabei die landwirtschaftliche Vielfalt die Hallertau, die sich im Pfad durch Farben, Gerüche, Formen und Klänge wiederspielen soll.
Um auch die Zuhörer in den Genuss der Gehirnaktivierung kommen zu lassen, wurden sie zum Mitmachen bei einer Übung aufgefordert. Abwechselnd mussten in verschiedenen Kombinationen ein Arm und ein Fuß auf Kommando ausgestreckt werden. Zunächst erscheint diese Aufgabestellung einfach, beim Ausprobieren merkte das Publikum jedoch die Tücken dieser Herausforderung.



